 Wärme vom Dach und aus dem Brenner (RaBoe / H. Raab - Wikimedia Commons cc-by-sa; Montage: Redaktion) |
Erst 1996 wurden Pellets in Deutschland als Brennstoff zugelassen, aber seither haben sie als Heizmaterial einen gewaltigen Siegeszug angetreten. Die unberechenbaren und in der Tendenz steigenden Ölpreise und das Wissen um das Treibhausgas CO2 haben viele Leute veranlasst, sich wieder dem lange verschmähten Holz zuzuwenden.
Aus gutem Grund, denn moderne Pellet-Heizanlagen sind mit den schmutzigen Holzöfen aus früheren Tagen in nichts zu vergleichen. Das Herz einer Pellet-Heizung ist die Brennkammer. Muss dem Speichertank Wärme nachgeliefert werden, setzt die automatische Zündung die Verbrennung in Gang, und die elektronische Steuerung regelt automatisch das Verhältnis von Verbrennungsluft, Brennstoffmenge und Betriebstemperatur. Der Komfort für den Anwender ist derselbe wie bei einer Öl- oder Gasheizung. Eine Aschenlade gibt es zwar noch, aber sie muss nur etwa einmal im Monat entleert werden. Pellets verbrennen mit einem Wirkungsgrad von um die 90 Prozent und nur etwa 1,5 Prozent der Pellet-Masse fallen als Asche an.
Ideal kombinieren lassen sich Pellet-Heizungen mit einer solarthermischen Anlage auf dem Dach. Die Solaranlage benötigt dabei keinen eigenen Wassertank als Pufferspeicher, sondern teilt ihn sich mit der Heizung. Eine optimal geplante Solarthermie-Anlage kann bis zu 60 Prozent der Warmwasserversorgung und 30 Prozent der Heizwärme liefern; der Pellet-Kessel heizt nur noch zu, wenn es notwendig ist. Besonders im Sommer kann die Solaranlage die Warmwasserversorgung vollständig übernehmen und nimmt dem Brenner die häufigen, kurzen und damit ineffizienten Brennstarts ab. Im Winter übernimmt dafür der Brenner und lädt den Kessel auf, dessen Wasser durch die Solarthermie-Anlage bereits leicht vorgewärmt wurde und daher bis zum Erreichen der „Wohlfühltemperatur“ nur noch wenig Energie benötigt.
Die Bundesregierung fördert im Rahmen des Marktanreizprogramms zur Nutzung Erneuerbarer Energien Pelletheizkessel und -öfen mit nennenswerten Zuschüssen. Wer Solarkollektoren und Biomassekessel besonders energieeffizient miteinander kombiniert, profitiert zudem von Bonuszuschüssen. Der Rohstoff Holz macht außerdem unabhängig von den Preisschwankungen auf dem Rohölmarkt. Und die höheren Investitionskosten amortisieren sich rasch: Aufs Jahr gerechnet spart man mit einer Pellet-Heizung allein bis zu 35 Prozent an Energiekosten. Mit Solar-Unterstützung erhöht sich die Einsparung sogar auf bis zu 56 Prozent.