 Bohrung für eine Erdwärme-Sonde (Tetris L, Wikimedia Commons, public domain) |
Eine Wärmepumpe gewinnt Heizenergie aus der Luft, dem Grundwasser oder (hierzulande in der Mehrzahl aller installierten Fälle) aus dem Erdreich.
Wärmepumpen können auch zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden, sind in diesem Bereich jedoch nicht so effizient wie bei der Heizung, insbesondere wenn Fußboden- oder Wandheizungen eingesetzt werden, die nur niedrige Vorlauftemperaturen von maximal 35 Grad benötigen.
Luftwärmepumpen sind für unsere Breitengrade nur bedingt geeignet, da gerade dann, wenn am meisten Wärme benötigt wird, im Winter, die Umgebungsluft am kältesten ist. Bei der Nutzung des Grundwassers oder entsprechend warmer Oberflächengewässer gibt es oft wasserrechtliche Probleme. Rund zwei Drittel aller neu errichteten Wärmepumpen in Deutschland sind daher geothermische Anlagen, das heißt, sie nutzen die Erde als Wärmequelle.
Man kann Erdwärmetauscher als Sonden vertikal in einem Bohrloch mit bis zu 150 Metern Tiefe unterbringen. Das hat den Vorteil, dass nur eine geringe Grundfläche benötigt wird, jedoch müssen die Bodenverhältnisse zuvor untersucht werden und auf mögliche wasserrechtliche Bestimmungen Rücksicht genommen werden.
Ist eine so tiefe Bohrung nicht möglich, kommen Erdwärmekollektoren in Frage, die in einer Tiefe von nur 1,5 bis 2 Metern verlegt werden, jedoch eine relativ große Fläche benötigen. Als Faustregel gilt, dass die Fläche das Eineinhalbfache der zu beheizenden Wohnfläche betragen muss. In diesem Bereich darf auch später keine Überbauung stattfinden, da der „Wärmespeicher“ der Erde im Sommer durch Sickerwasser und Sonneneinstrahlung wieder „aufgeladen“ werden muss. Bei Tiefenbohrungen spielt dies keine Rolle, da hier die Energie größtenteils aus Wärmeströmungen im Erdinneren stammt.
Aufgrund ihres Funktionsprinzips benötigen Wärmepumpen zu ihrem Betrieb Strom, der entweder aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss, oder auch von der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach stammen kann.
 Speichertank einer Wärmepumpe (Yellowfish, Wikimedia Commons, cc-by-sa) |
Für wen ist eine Wärmepumpe sinnvoll?
Bauherren sollten sich auf jeden Fall überlegen, ihre neue Heizungsanlage auf Basis einer Wärmepumpe zu betreiben. Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) darf nämlich der Primärenergiebedarf eines Hauses einen vorgeschriebenen Grenzwert nicht überschreiten. Wärmepumpen – und insbesondere Erdwärme-Anlagen – zeichnen sich hier durch besonders gute Kennzahlen aus. Außerdem spart man Platz, weil man keine Brennstoffe für eine konventionelle Heizung mehr beziehen und lagern muss. Und auch den Schornstein kann man sich sparen, weil Wärmepumpen vor Ort keine Abgase produzieren.
Ob es sich in einem Altbau lohnt, die alte Heizungsanlage gegen eine Wärmepumpe zu tauschen, kann nur ein Fachmann vor Ort klären. Möglich ist dies aber in vielen Fällen, wobei es wünschenswert ist, im Rahmen einer Altbau-Sanierung zunächst die Gebäudedämmung zu verbessern.