 Bild: Stadt Maxhütte-Haidhof |
MAXHÜTTE-HAIDHOF. Die Praxis zeigt, dass effektiver Gewässerschutz nicht gegen, sondern nur mit den betroffenen Landwirten in den Wasserschutzgebieten zu erreichen ist. Gute Erfolge werden vor allem in den Wasserschutzgebieten erreicht, wo eine intensive Beratung, Betreuung und Information der Landwirte gegeben ist.
Und da ist sich auch die Kooperationsgemeinschaft der Landwirte im Wasserschutzgebiet Maxhütte-Haidhof und Burglengenfeld zusammen mit der Stadt Maxhütte-Haidhof und der Stadtwerke Burglengenfeld einig „zusammen können wir gute Resultate für unsere Umwelt erreichen“.
Kürzlich fand die erste Zusammenkunft der Gemeinschaft im neuen Jahr statt. Vorsitzender Ludwig Lichtenegger freute sich zusammen mit 1. Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank und Geschäftsführer der Stadtwerke Burglengenfeld Friedrich Gluth über den großen Zuspruch.
Gutachter Dipl.-Ing. Agrar Dr. Georg Eiblmeier stellte an diesem Abend die Ergebnisse der Bodenprobungen des letzten Jahres sowie einen längerfristigen Rückblick der Analyse vor. Das Ergebnis war sehr erfreulich. „Wir stellen fest, dass die Nitratwerte bei den Bodenproben nicht nur stabil, sondern leicht rückläufig sind“, so Dr. Eiblbauer im Vortrag. Die freiwillige Vereinbarung mit Düngerfristen, Vorgaben für Zwischenfruchtanbau oder auch der Einsatz sogenannter stabilisierender Dünger „trägt Früchte“. D. h. wenn stabilisierender Dünger wie Stickstoff auf einen längeren Zeitraum im Ackerboden ausgebracht wird, wird definitiv effektiv und umweltschonend gearbeitet. Denn der Stickstoff wird an den Boden über Wochen hinweg kontinuierlich abgegeben und somit die Pflanze bestens versorgt. Die kontinuierliche Abgabe belastet somit weniger das Grundwasser und den Boden, da die Pflanze die geringen Dosen aufnehmen kann und nichts mehr ausgeschwemmt wird.
Zweiter Referent des Abends war Dr. Matthias Wendland vom Bayerischen Landesamt für Landwirtschaft, Abteilung Bodenschutz. Er informierte die Landwirte über die Optimierung des Düngereinsatzes, die Düngerbedarfsermittlung und auch experimentelle Versuche mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Sie sollen in Zukunft den konkreten Bedarf an Dünger für die jeweilige landwirtschaftliche Fläche automatisch erfassen und dementsprechend die Düngerabgabe regulieren.
Abschließend gab LAR Karl Seegerer vom Amt für Landwirtschaft einen Ausblick auf die wesentlichen Gesetzesänderungen im landwirtschaftlichen Sektor. Vorsitzender Ludwig Lichtenegger bedankte sich bei den Referenten für deren Kommen und Vorträge. „Nach rund 15 Jahren können wir durchwegs eine positive Bilanz ziehen. Auch wenn wir wirtschaftliche Einbußen haben, wir sehr viel für unsere Umwelt und den Grundwasserschutz getan“, so Lichtenegger.
Gut zu wissen:
Die beteiligten Landwirte haben mit dem jeweiligen Wasserversorger am 12. März 1997 eine freiwillige Vereinbarung geschlossen. Die Mitglieder dieser ARGE verpflichten sich, deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus einen praktikablen Grundwasserschutz zu betreiben. Mit einer grundwasserschonenden Bewirtschaftung gewährleisten diese Landwirte auf insgesamt 10.800.000 qm Fläche eine saubere Grundwasserneubildung von ca. 1.500.000.000 Liter. Auf den Grundwasserschutz abgestimmte Produktionstechniken und Bewirtschaftungsverfahren erfordern jedoch einen erhöhten finanziellen Aufwand für diese Landwirte.
Das Bild zeigt Vorsitzenden Ludwig Lichtenegger (stehend) bei der Vorstellung der Referenten.